Mobbing hat viele Gesichter - 45 typische Mobbing-Handlungen
(nach Prof. Dr. Heinz Leymann)
Angriffe auf Möglichkeiten, sich mitzuteilen:
- Der Vorgesetzte schränkt die Möglichkeiten des Betroffenen ein, sich zu äußern.
- Man wird ständig unterbrochen.
- Kollegen schränken die Möglichkeiten des Betroffenen ein, sich zu äußern.
- Anschreien oder lautes Schimpfen.
- Ständige Kritik an der Arbeit.
- Ständige Kritik am Privatleben.
- Telefonterror.
- Mündliche Drohungen.
- Schriftliche Drohungen.
- Kontaktverweigerung durch abwertende Blicke oder Gesten.
- Kontaktverweigerung durch Andeutung, ohne dass man etwas direkt ausspricht.
Angriffe auf die sozialen Beziehungen:
- Man spricht nicht mehr mit dem/der Betroffenen.
- Man lässt sich nicht ansprechen.
- Versetzung in einen Raum weitab von den Kollegen.
- Den Arbeitskollegen/innen wird verboten, die/den Betroffene/n anzusprechen.
- Man wird wie Luft behandelt.
Auswirkung auf das soziale Ansehen:
- Hinter dem Rücken des Betroffenen wird schlecht über ihn gesprochen.
- Man verbreitet Gerüchte.
- Man macht jemanden lächerlich.
- Man verdächtigt jemanden, psychisch krank zu sein.
- Man will jemanden zu einer psychiatrischen Untersuchung zwingen.
- Man macht sich über eine Behinderung lustig.
- Man imitiert Gang, Stimme oder Gesten, um jemanden lächerlich zu machen.
- Man greift die politische oder religiöse Einstellung an.
- Man macht sich über das Privatleben lustig.
- Man macht sich über die Nationalität lustig.
- Man zwingt jemanden, Arbeiten auszuführen, die das Selbstbewusstsein verletzen.
- Man beurteilt den Arbeitsplatz des Betroffenen in falscher oder kränkender Weise.
- Man stellt die Entscheidungen des Betroffenen in Frage.
- Man ruft ihm/ihr obszöne Schimpfworte oder andere entwürdigende Ausdrücke nach.
- Sexuelle Annäherung oder verbale sexuelle Angebote.
Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation:
- Man zwingt jemanden, Arbeiten auszuführen, die das Selbstbewusstsein verletzen.
- Man weist dem Betroffenen keine Arbeitsaufgaben zu.
- Man nimmt ihm jede Beschäftigung am Arbeitsplatz, so dass er sich nicht einmal selbst Aufgaben ausdenken kann.
- Man gibt ihm sinnlose Aufgaben.
- Man gibt ihm Aufgaben weit unter seinem eigentlichen Können.
- Man gibt ihm ständig neue Aufgaben.
- Man gibt ihm "kränkende" Aufgaben.
- Man gibt dem Betroffenen Arbeitsaufgaben, die seine Qualifikation übersteigen, um ihn damit in Misskredit zu bringen.
Angriffe auf die Gesundheit:
- Zwang zu gesundheitsschädlichen Arbeiten.
- Androhung körperlicher Gewalt.
- Anwendung leichter Gewalt, zum Beispiel, um jemanden einen "Denkzettel" zu verpassen.
- Körperliche Misshandlung.
- Man verursacht dem Betroffenen Kosten, um ihm zu schaden.
- Man beschädigt Eigentum oder vom Arbeitgeber anvertraute Sachen des Betroffenen.
- Sexuelle Nötigung, Vergewaltigung.
- Becker, C., Mertz, H.: Mobbing-Opfer sind nicht wehrlos. Herder, Freiburg 1998.
- Bödecker, August-Wilhelm (Hrsg.): Mobbing - vom Erleben zur Krankheit ärztliche und rechtliche Aspekte. Martina Galunder-Verlag, Nümbrecht 2000.
- Brommer, Ulrike: Psycho-Krieg am Arbeitsplatz und was man dagegen tun kann. Heyne 1995.
- Diergarten, Eckhard: Mobbing. Wenn der Arbeitsalltag zum Alptraum wird. Bund-Verlag, Köln 1994.
- Hesse, J., Schrader, H. C.: Krieg im Büro. Konflikte am Arbeitsplatz und wie man sie meistert. Frankfurt 1993.
- Huber, Brigitte: Psychoterror am Arbeitsplatz. Falken-Verlag, Niedernhausen 1993/1994.
- Kollmer, Norbert: Mobbing im Arbeitsverhältnis Forkel- Verlag, Heidelberg1997.
- Leymann, Heinz: Mobbing. Psychoterror am Arbeitsplatz. Rowohlt, Reinbek 1993.
- Leymann, Heinz (Hrsg.): Der neue Mobbingbericht. Erfahrungen und Initiativen, Auswege und Hilfsangebote. Rowohlt, Reinbek 1995.
- Walter, Henry: Mobbing: Kleinkrieg am Arbeitsplatz. Campus, Frankfurt 1993.
- Zuschlag, Berndt: Mobbing. Schikane am Arbeitsplatz. Hogrefe, Göttingen 1994.
Literatur für Betriebs-/Personalräte, Arbeitsschutzfachleute, Arbeitgeber
- BG Norddeutsche Metall-Berufsgenossenschaft: Psychische Belastungen in der Arbeitswelt als Herausforderung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz. Hannover 1999.
- Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): Mobbing am Arbeitsplatz, Informationen, Handlungsstrategien, Schulungsmaterialien. Sonderschrift S 49, Dortmund/Berlin 1999.
- DAG (Hrsg.): Mobbing – Psychoterror am Arbeitsplatz. Erkennen Lernen Helfen. Landesbildungswerk der DAG Berlin und Brandenburg e. V., Blissestr. 2 – 6, 10713 Berlin, Schutzgebühr 5,00 DM), Berlin 1999.
- DAG: Arbeitsbedingungen menschengerecht gestalten. Hamburg 1998a (DAG, Holstenwall 5, 20355 Hamburg, Schutzgebühr 5,00 DM).
- Esser, A., Wolmerath, M.: Mobbing. Der Ratgeber für Betroffene und ihre Interessenvertretung. Bund-Verlag, Köln 1997.
- Kolodej, Christa: Mobbing. Psychoterror am Arbeitsplatz und seine Bewältigung. WUV-Universitätsverlag, Wien 1999.
- Kratz, Hans-Jürgen: Mobbing, Erkennen – Ansprechen – Vorbeugen. Ueberreuter, Wien 1998.
- Neuberger, Oswald: Mobbing. Übel mitspielen in Organisationen. München 1995.
- Schauer, Renate: Mobbing. Kostspielige Kränkungen am Arbeitsplatz. Universum-Verlag, Wiesbaden 1998.
- Nickel, U., Reiter-Mollenhauer, R. (Hrsg.): Psychische Belastungen in der Arbeitswelt. Dokumentation der Fachtagung am 11.11.98 in Wiesbaden, Wirtschaftsverlag NW, Bremerhaven 1999.
- Oesterreich, R., Volpert W. (Hrsg.): Psychologie gesundheitsgerechter Arbeitsbedingungen, Konzepte, Ergebnisse und Werkzeuge zur Arbeitsgestaltung. Huber, Bern 1999.
- Zapf, D., Knorz, C.: Mobbing – eine extreme Form sozialer Stressoren am Arbeitplatz. Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie, 40, 12-21, 1996.
- Zapf, Dieter.: Mobbing in Organisationen – Überblick zum Stand der Forschung. Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie, 43 (N. F.17) 1,1-25, 1999.